Der Kampf um Vertrauen
Wie die Spaltung der Genderidentitätsideologie bis ins Private reicht und Frauen nicht geglaubt wird
„Freiheit ist die Freiheit zu sagen, dass zwei plus zwei vier ist. Wenn das gewährt ist, folgt alles weitere.“
George Orwell, 1984
Am 1. August 2024 stieg der männliche Boxer Imane Khelif im Frauenboxen gegen Angela Carini in den Ring. Anlass waren die olympischen Spiele 2024 in Paris. Carini war es besonders wichtig, am olympischen Boxen teilzunehmen. Sie hatte sich 2021 bereits für die olympischen Spiele in Tokio qualifiziert. Am Vorabend des Erstrundenkampfs verstarb aber ihr Vater, so dass sie sich entschied nicht anzutreten. Sie war danach zwei Jahre ausgestiegen, kämpfte sich dann aber wieder in die Qualifikation für Olympia in Paris zurück und widmete den ersten Kampf ihrem verstorbenen Vater. Der Kampf gegen Khelif war damit ihr allererster olympischer Kampf.
Er endete nach 46 Sekunden.
Khelif verpasste ihr einen so heftigen Schlag gegen die Nase, dass eine Beschädigung vermutet wurde und ihr zum Abbruch geraten wurde. Sie verweigerte Khelif den Handschlag und rief unter Tränen aus „Es ist nicht fair“. Nach dem Kampf erklärte sie: „Ich bin in meinem Leben noch nie so hart getroffen worden“.
Das erstaunt nicht, denn die Schlagkraft von Männern ist um das 2,6-fache höher1 als die von Frauen. Männer haben im Oberkörper durchschnittlich 75 Prozent mehr Muskelmasse und 90 Prozent mehr Kraft als Frauen.2 Gegen einen Mann im Boxen anzutreten, ist für Frauen somit lebensgefährlich.
Es war erst die dritte Olympiade mit Frauenboxen und bei dieser erhielten am Ende zwei Männer eine Goldmedaille: Imane Khelif und Lin Yu-ting. Sie verwiesen bei Olympia insgesamt 8 Frauen auf die Plätze und stahlen ihnen ihre sportlichen Erfolge. Gegen Yu-ting traten Sitora Turdibekova (Usbekistan), Svetlana Staneva (Bulgarien), Esra Yildiz Kahraman (Türkei) und Julia Szeremeta (Polen) an. Gegen Khelif standen Angela Carini (Italien), Anna Luca Hámori (Ungarn) Janjaem Suwannapheng (Thailand) und Yang Liu (China) im Ring.
Der Kampf um die Sinneswahrnehmung
Bemerkenswert an dem gesamten Vorgang ist: Jeder, der seinen Sinnen traut, konnte SEHEN, dass es Männer waren, die Frauen auf olympischer Bühne verprügeln durften. Nicht nur die körperliche Konstitution, auch die Schlagkraft waren eindeutig. Die boxenden Frauen hatten keine Chance.
Menschen haben eine sehr sichere Wahrnehmung für das Geschlecht ihres Gegenübers. Dazu reicht allein die Gesichtsstruktur.3 Die Geschlechterwahrnehmung erfolgt in unter 200 Millisekunden – schneller als bewusstes Denken.4 Das deutet auf einen evolutionär tief verankerten, universellen Mechanismus hin, der über kulturelle und individuelle Unterschiede hinausgeht. Frauen sind darin kompetenter.5
Dennoch beharrten sowohl das IOC und Thomas Bach, als auch die Medien hartnäckig und teils bis heute darauf, es handele sich um Frauen. Bis heute schreiben Medien über Khelif, als sei er eine Frau.
Der Kampf um Deutungshoheit
Die Sportschau schrieb damals:6
„Vertreter des rechtspopulistischen Lagers nutzten die Chance für politische Botschaften, zweifelten Khelifs Identität als Frau an oder sprachen sie ihr ganz ab. So äußerten sich beispielsweise die italienische Premierministerin Georgia Meloni, Donald Trump oder sein Vize-Kandidat JD Vance. Die Faktenlage blieb dabei außen vor. […] Das IOC als Ausrichter hält sich weiterhin an die Angaben in der Geburtsurkunde der Athletinnen — Imane Khelif und Lin Yu-Ting sind beide als Frauen geboren und aufgewachsen.“
Die Medien rückten die Kritik an Männern im Frauenboxen also in die rechte Ecke. Ähnliches geschah mit der Internationalen Box-Vereinigung IBA, die unter russischer Führung steht. Diese hatte in zwei unabhängig ausgewerteten Testreihen (2022 und 2023) festgestellt, dass Khelif und Lin Yu-ting einen männlichen Karyotyp aufweisen — was zu ihrem Ausschluss bei den Frauen-Weltmeisterschaften 2023 führte. Das IOC erkannte diese Tests nicht an — formal, weil die IBA seit 2019 wegen Korruptionsskandalen keine olympische Zuständigkeit mehr besitzt, und argumentativ, weil deren Präsident Kremlev als Putin-nah gilt. Beides nutzten die Medien, um die Testergebnisse grundsätzlich zu delegitimieren.
Der damalige IOC-Präsident Thomas Bach berief sich auf die Geburtsurkunde der Boxer.7
„We are talking about women’s boxing. And we have two boxers who were born as women, who have been raised as women. Who have passports as women. And who have competed for many years as women. And this is the clear definition of a woman. There was never any doubt about them being a woman.”
Nicht berücksichtigt wurde hier, dass in Ländern wie Algerien Männer mit einer Störung der Geschlechtsentwicklung (DSD, im Volksmund „Intersex“) durchaus eine Geburtsurkunde und einen Pass haben können, der sie fälschlich als weiblich ausweist. Ähnliches gilt für Länder, in denen eine Selbstbestimmung des Geschlechtseintrags gilt wie in Deutschland („Self-ID“ / „Selbstbestimmungsgesetz“).
Daten, die World-Athletics-Wissenschaftler Dr. Stéphane Bermon im September 2025 bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Tokio vorlegte8, stellten fest, dass in Frauenwettkämpfen seit dem Jahr 2000 allein 50 bis 60 Männer mit einer DSD 135-mal in den Finalen der Leichtathletik-Weltmeisterschaften standen — und Frauen damit systematisch um ihre Erfolge brachten.
Diese Erkenntnis führte zunächst zu verpflichtenden Geschlechtstests mit einem Wangenabstrich bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften. Inzwischen wird dieser Test nun auch für die nächste Olympiade verpflichtend, um den Frauensport zu schützen.
Der Kampf gegen Frauen
Man sollte meinen, dass alle Frauen, Feministinnen und feministische Organisationen sowie die Presse hinter diesen Entscheidungen zugunsten der Frauen stehen würden und sich gegen die Männer und ihre Vereine stellen würden, die im Frauensport betrügen – aber weit gefehlt. Ein Sturm der Entrüstung lief vielfach durch die Presse und war auch von vermeintlich feministischen Organisationen wie dem Deutschen Frauenrat oder von der Queerbeauftragten der Bundesregierung aus dem Bundesfrauenministerium zu hören.
Behauptet wird nun, dass „Transgender“-Sportler von sportlichen Wettkämpfen ausgeschlossen seien. Zunächst einmal trifft diese Regelung vor allem Männer mit einer DSD („Intersexuelle“), die körperlich einen klaren Vorteil gegenüber Frauen haben. Außerdem können sowohl Männer mit einer DSD, als auch Männer, die einen Transgenderstatus erklären, weiterhin am Sport und Leistungssport teilnehmen – allerdings ausschließlich in ihrer eigenen Geschlechtsklasse der Männer, um Frauen nicht zu benachteiligen. Aber genau DAS wird nicht berichtet. Stattdessen wird auf Trump und TERFs herumgehackt und journalistisches Framing zulasten von Frauen betrieben.
Es zählt schlicht nicht, was gut, sicher und gerecht für Frauen ist, sobald auf der Gegenseite ein Mann steht, der einen Minderheitenstatus für sich reklamieren kann.
„Zusammenfassend, Imane Khelif kann nicht biologisch weiblich sein. Selbst wenn bei ihm eine DSD oder ‚Intersexualität’ vorliegen sollte, bleibt er dennoch biologisch männlich.”
„Daraus ergibt sich nicht der moralische Imperativ im Sinne der sozialen Gerechtigkeit einen Ausgleich zu schaffen, indem man Männern mit seltenen Mutationen und trauriger Lebensgeschichte als Wiedergutmachung eine Goldmedaille im Frauensport garantiert, ungeachtet der Gefahr für die Gesundheit und das Leben der Frauen.”
Marie-Luise Vollbrecht, Biologin in Telepolis9
„Athletes with XY DSDs who have testes (usually internal), XY sex chromosomes, male-typical levels of testosterone, and functional androgen receptors are often described as females with ‘hyperandrogenism,’ i.e., abnormally high levels of testosterone. The issue for sports is that athletes with the XY DSD 5-alpha reductase deficiency (5-ARD), may be socialized as female, may be legally female, and may live and identify as female; but they are male.”
Carole Hooven, ehemalige Co-Direktorin des Department of Human Evolutionary Biology, Harvard University in The Bridge10
Beide Wissenschaftlerinnen, die diese biologischen Fakten benannt haben – Vollbrecht11 und Hooven12 – waren und sind massiven Hetzkampagnen ausgesetzt, die die Karriere beider Frauen bis heute stark beschädigt. Frauen, die für geschlechtsbasierte Frauenrechte eintreten oder schlicht die wissenschaftliche Realität benennen, haben mit massiven Repressalien zu rechnen – selbst wenn Männer Frauen den Schädel einschlagen.
Angela Carini wurde nach dem verlorenen Kampf abgerungen, sich bei Khelif für den verweigerten Handschlag zu entschuldigen. Zugleich war sie massiven Attacken der algerischen Fans auf Social Media ausgesetzt, während Khelif sich beklagte, er sei Opfer einer Hasskampagne, weil Feministinnen die Realität benannten. Nur er wurde ernstgenommen, während man von Carini verlangte, sich nicht so anzustellen und ihren Verlust zu überwinden.
Der Kampf um Gehör
Als mit Khelif und Yu-Ting 2024 Männergewalt gegen Frauen als olympische Disziplin eingeführt wurde und den Frauenschlägern Goldmedaillen einbrachte, war sich die internationale Gemeinschaft der „TERFs“ – der genuinen Feministinnen – sicher, dass dies die breite Öffentlichkeit überzeugen würde, wie gefährlich solche Entwicklungen für Frauen sind. Wir waren uns sicher, dass jeder sieht: Hier boxen Männer! Wir waren uns sicher, dass ein Aufschrei der Entrüstung über diese Ungerechtigkeit durch die Öffentlichkeit zu hören wäre.
Die Öffentlichkeit ist aber träge und traut der Presse. Und hier kommen wir nun an einen für viele Feministinnen sehr persönlichen Punkt: Uns wird nicht geglaubt – selbst von Freunden und Familienmitgliedern nicht.
Wenn Hajo Seppelt aus der Sportschau-Redaktion das harte Schicksal von Caster Semenya fokussiert13, statt die Tragik einer Angela Carini, wenn der Tagesschau-Faktencheck die “TERFs” als von Evangelikalen und Putin finanziert hinstellt14 und Jan Böhmermann das Leben der Biologie-Doktorandin Marie-Luise Vollbrecht medial zerstört, weil sie auf der 2-Geschlechtlichkeit des Menschen beharrt,15 wenn 24/7 schon auf dem Kinderkanal der Mythos des falsch geborenen und invasivmedizinisch zu korrigierenden Kindes verbreitet wird16, wenn HateAid unsere Motive zu Hass und Queerfeindlichkeit umdefiniert,17 haben wir „TERFs“ mit unseren Argumenten genauso wenig eine Chance wie die Gegnerinnen von Khelif und Yu-Ting.
Wir verlieren wie sie in fast jedem Kampf 0:5, obwohl wir in allem Recht haben, was wir sagen.
Die Hürde, das Vertrauen in Medien und Institutionen zu hinterfragen und stattdessen Frauen zu glauben, ist zu hoch. Es würde das eigene Weltbild erschüttern. Es würde auch bedeuten, auf eine Seite zu wechseln, die verrufen ist und die eigene Existenz gefährdet.
Es kann selbst für alle SICHTBAR ein Mann im Frauenboxen antreten – und dennoch denkt der von Tagesschau und Sportschau eingelullte Bürger, das habe schon alles seine Ordnung. Und es bleibt nicht nur dabei. Nein, der männliche Schläger wird in Schutz genommen und mit allen Mitteln verteidigt gegen die bösen „TERFs“, denen das Schicksal der Frauen wichtig ist, die ihre Medaillen verloren haben. Männer können auf olympischer Bühne Frauen die Nase einschlagen oder sie mit einem lebensgefährlichen Schlag auf den Hinterkopf malträtieren. Aber wenn sie das tragische Schicksal einer Störung der Geschlechtsentwicklung oder eine Transgenderidentität vorbringen, sind sie die Opfer und ganz klar von Geburt an weiblich – und es sind leider viele Frauen, die sie um jeden Preis verteidigen.
Die Sünderinnen und Herätikerinnen sind die Frauen, die sich gegen diese Entwicklung stellen und für die Gerechtigkeit für Frauen eintreten. Sie werden – wie die verprügelten Frauen – geteert und gefedert, sollen sich schämen, werden beschimpft und diffamiert, beruflich geschädigt und ins gesellschaftliche Abseits gestellt.
Der Kampf um die Realität
Es gibt also eine Kluft, die unüberwindbar ist. Es ist die Kluft zwischen den Menschen, die den Medien und Institutionen noch vertrauen und den Menschen, die sich abgewendet haben und sich auf ihre Sinne, die biologischen Fakten und den gesunden Menschenverstand verlassen.
Ich gehöre zu den Menschen der zweiten Gruppe, denn ich halte die offene Lügen für unverzeihlich, dass Männer Frauen sein können, Menschen ihr Geschlecht wechseln können und Kinder in falschen Körpern geboren sein könnten. Es gibt wohl kaum eine existenziellere Lüge als diese, denn sie trifft den Kern unseres menschlichen Daseins und die Art und Weise, wie wir miteinander in Beziehung gehen, wie wir verkörpert sind und wie wir überleben und uns fortpflanzen. Sie trifft auch unseren Instinkt und die eindeutige Wahrnehmung unseres Gegenübers.
Wir sind nicht entkörpert. Wir existieren körperlich und unser Geschlecht bestimmt wesentlich und lebenslang unsere körperliche Konstitution und unsere körperlichen Erfahrungen - insbesondere als Frauen. Unsere körperlichen und geschlechtlichen Gegebenheiten anzunehmen und mit ihnen leben zu lernen, gehört wesentlich zu unserem Erwachsenwerden.
Den Körper dagegen als vollständig selbst bestimmbares und käufliches Produkt zu betrachten und zugleich von einer Fehlerhaftigkeit der körperlichen Gegebenheiten auszugehen, ist weit entfernt von „be your true self“. Letzteres ist jedoch das Marketing-Label, mit dem der Wunschkörper an Menschen verkauft wird.
Allein die Massivität und Drastik der Eingriffe verdeutlicht, dass hier schlicht nichts angeboren ist und wie sehr der menschliche Körper sich gegen eine Fiktion des selbst bestimmten Geschlechts zur Wehr setzt. Durch diese massiven Eingriffe in Hormonhaushalt und Geschlechtsorgane mag man wirken wie das Gegengeschlecht - vielleicht sogar täuschend echt - aber jede Zelle wird bis ans Lebensende das wahre Geschlecht in sich tragen und sich gegen die hormonellen und operativen Manipulationen zur Wehr setzen.
Der Kampf gegen Körperteilmärkte
Nun wird uns aber im Brustton der Überzeugung vermittelt, es gäbe neue Erkenntnisse zu Geschlecht und es sei zugleich lebenswichtig, dass manche Menschen – sogar Kinder – staatlich legitimiert über ihre körperliche Existenz lügen dürfen, dass alle die Lüge unter Strafandrohung mittragen müssen und dass diese ihren Körper irreversibel und auf Kosten der Allgemeinheit schädigen können, um einer sexistischen Vorstellung von sich selbst zu entsprechen.
Das Leiden am eigenen Körper wird nicht therapeutisch bearbeitet und schließlich zur Akzeptanz und Aussöhnung geführt. Stattdessen wird ein Körperteil-Wunschprogramm angepriesen.
Inzwischen ist es soweit, dass mit der ICD11 gar nicht mehr von einem Leiden ausgegangen wird, sondern dass eine behauptete Genderidentität zum Türöffner für einen ganzen Markt manipulativer Eingriffe, plastischer OPs und Hormonmanipulationen wird, die die Allgemeinheit finanzieren soll.
Da man Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit hoher Wahrscheinlichkeit chemisch kastriert, wird die riskante vorpubertäre Entnahme von Keimzellen und das Wunschprogramm des Kinderkaufs über Leihmutterschaft direkt mitkalkuliert.
Es handelt sich um entfesselte Milliardenmärkte18 mit dem Leid und den Wünschen und Träumen von Menschen. Die Menschen, die sich diesem Markt ergeben, sind ihr Leben lang von ihm abhängig. Sie haben ihre Autonomie verkauft.
Medien und Politik haben sich zum Handlanger und Dienstleister dieser Märkte degradiert und verspielen in großem Stil Ihre Glaubwürdigkeit. Dennoch gibt es weiterhin viele Menschen, die Medien und Politik und ihren identitätsideologischen Lügen vertrauen.
Am Ende siegt die Wahrheit – für einen hohen Preis
Wir Feministinnen können uns noch so sehr bemühen, Artikel schreiben, Proteste organisieren und Quellen über Quellen herantragen. Wir können unseren Freunden und Verwandten sagen: Schaut doch BITTE hin! Aber es kann sehr gut sein, dass wir immer noch gegen Wände laufen und als unglaubwürdig, extremistisch, unseriös und verrückt da stehen.
Wie soll man all das auch glauben? Es ist so ungeheuerlich, dass es eigentlich kaum zu glauben ist. Und meines Erachtens ist das genau der Schutz, unter dem diese Ideologie steht. Die Rechnung „2+2 ist nicht mehr 4“ ist gegen „Männer können Frauen sein“ fast harmlos, denn die Folgen für Mädchen und Frauen, aber auch für die gesamte Gesellschaft, sind weitreichend und läuten eine totalitäre und der Menschlichkeit zuwiderlaufende Entwicklung ein.
Dass diese Spaltung inzwischen bis in den privaten Raum hineinreicht, dass den Lügen einer Sportschau oder Tagesschau mehr vertraut wird, als der eigenen Wahrnehmung oder mir und anderen Frauen, die sich seit Jahren mit dem Thema beschäftigen, dass man inzwischen offen werben kann für abgeschnittene Brüste und Geschlechtsorgane, werde ich den Verantwortlichen niemals verzeihen.
Ich würde mir aber auch nie verzeihen, nichts zu diesen Entwicklungen gesagt zu haben und mich nicht offen dagegen gestellt zu haben. Und wir sehen am Beispiel Olympia: Wir – die verrufenen „TERFs“ – hatten mal wieder recht und wir haben mit international vereinten Kräften erreicht, dass der Frauensport wieder fairer und sicherer wird.
Dass wir mit dieser Einschätzung nicht allein stehen, belegt auch ein Bericht der UN-Sonderberichterstatterin für Gewalt gegen Frauen und Mädchen, Reem Alsalem, der der UN-Generalversammlung im Oktober 2024 vorgelegt wurde.19 Alsalem dokumentierte, dass bis März 2024 über 600 Sportlerinnen in mehr als 400 Wettkämpfen und 29 Sportarten über 890 Medaillen an biologische Männer verloren haben — und stufte die Öffnung der Frauenkategorie für Männer ausdrücklich als Form von Gewalt gegen Frauen ein. Es sind also nicht nur „verrufene TERFs”, die das so sehen.
Ob das allerdings dazu führt, dass uns zukünftig mehr vertraut wird – auch im Privatumfeld – wird sich zeigen. Der Schutz eines männlichen Schlägers und Betrügers mit Minderheitenstatus zählt immer noch mehr als der Schutz einer Frau, die für ihre sportlichen Erfolge kämpft oder das Vertrauen in eine Frau, die die Rechte von Frauen verteidigt und offen die Wahrheit benennt.
Zum Video: Das Video zeigt die Solidarität von Frauen auf der ganzen Welt mit den Boxerinnen der olympischen Spiele und ihren Einsatz für Fairness im Frauensport. Das XX-Symbol wurde erstmalig von der Boxerin Svetlana Staneva (Bulgarien) nach ihrer Niederlagegen gegen Yu-Ting in die Kameras gehalten. Die brasilianische Feministin Andreia Nobre nahm das Symbol auf Social Media auf. Danach verbreitete es sich weltweit als Welle der Frauen-Solidarität. Der XX-Hashtag wurde von Meta auf Facebook und Instagram zensiert.

